Ferien trotz Schule

17. Juli 2008

Ferienzeit gleich Urlaubszeit – dieser Spruch gehört in Familien mit Kindern leider viel zu oft zum Alltag. Und dass der Nachwuchs endlich in die langen Sommerferien starten kann, ist für so manchen Haushalt nicht unbedingt von Vorteil. Schließlich zählen die Sommermonate in vielen Urlaubsregionen zur Hauptsaison. Entsprechend hoch sind in dieser Zeit auch die Preise in der Touristikbranche. Warum also nicht einfach die Ferien des Filius verlängern und etwas früher oder später den Familienurlaub buchen. Auf diese Weise lässt sich schließlich bares Geld sparen, das am Ende der Urlaubskasse wieder zugute kommt. Um eine entsprechende Entschuldigung sind die Eltern in der Regel selten verlegen.

Allerdings drohen an dieser Stelle Konsequenzen, über die sich Eltern nur in seltenen Fällen im Klaren sind. Kinder unterliegen in Deutschland bekanntlich bis zu einem gewissen Alter der Schulpflicht und müssen dieser auch in der entsprechenden Form nachkommen. Sollten sie aber über mehrere Tage oder sogar Wochen dem Unterricht fernbleiben, können die Ordnungsämter in einem solchen Fall empfindliche Geldbußen verhängen. Solange es sich nur um einen Einzelfall handelt, werden viele Schulen zwar ein Auge zudrücken, Wiederholungstäter müssen aber am Ende ein Bußgeld von 500 Euro hinnehmen. Das Vorgehen im Einzelnen kann sich hier zwar im Vergleich der Bundesländer unterscheiden, aber Schulschwänzer werden überall nicht gern gesehen.

Um Strafen entgegenzuwirken, sollten Eltern versuchen, eine entsprechende Freistellung vom Unterricht zu erwirken. Wer hier allerdings als Begründung Urlaubsvorbereitungen angibt, hat meist schlechte Karten, da nur driftige Gründe durch die Schulleitung anerkannt werden. Am Ende bleibt den meisten Eltern wahrscheinlich nur das Warten auf den letzten Schultag für den Start in den Billigurlaub.

Via: Spiegel Online

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